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Experten rechnen mit noch größerer Altersarmut in 10-15 Jahren.
Ein Großteil unserer Bundesbürger glaubt, im Alter viel besser versorgt zu sein, als es tatsächlich der Fall ist. Diese Fehleinschätzung hat ernste Konsequenzen. Laut einer aktuellen Umfrage des Banken-Verbandes haben 70 % der Befragten nicht einmal die Absicht, künftig mehr für ihre Altersvorsorge zu tun.
„Wir brauchen bessere Informationen über die Altersvorsorge“, fordern vor allem unabhängige Finanzberater. Insbesondere müsse die „finanzielle Allgemeinbildung“ der Bürger deutlich verbessert werden. „Die Menschen nehmen die Vorsorgeprodukte nur an, wenn sie diese auch verstehen.“ Aus diesem Grund muss eine private Altersvorsorge einfach, transparent und flexibel gestaltet sein. In den vergangenen Jahren sind bereits einige grundlegende Reformen der Altersversorgung auf den Weg gebracht worden. Die zunehmenden Abschlüsse von „Riester“-Verträgen und die Beteiligung vieler Arbeitnehmer an der betrieblichen Altersversorgung zeigen ein erstes erkennbares Ergebnis. Jedoch reicht dieser erste Erfolg noch lange nicht aus, um in einer alternden Gesellschaft wirksamen Schutz vor einer Altersarmut zu gewährleisten. Gerade unabhängige Finanzdienstleister fordern, künftig die höheren Renditen am Kapitalmarkt noch konsequenter zu nutzen. Im internationalen Vergleich seien deutsche Anbieter von Altersvorsorgeprodukten aufgrund der sehr umständlichen und konservativen Anlagevorschriften sehr stark im Nachteil. Bei gleichem Aufwand erhielten deutsche Rentner folglich eine geringere Rente als ihre europäischen oder amerikanischen Altersgenossen. Daher sollten die bestehenden Anlagevorschriften durch eine qualitative und wachstumsorientierte Erweiterung, die für einen verantwortungsvollen Vermögensaufbau erforderlich ist, verbessert und ausgebaut werden.
Unser Hauptproblem: Die Deutschen werden immer älter, und es werden immer weniger Kinder geboren. Im Jahr 2050, so schätzen Experten, werden rund 40 % der deutschen Bevölkerung Rente beziehen – und zwar für einen Zeitraum von durchschnittlich 25 Jahren. Da bleiben Kürzungen bei der gesetzlichen Rente nicht aus.
Deutsche Rentenexperten haben gemeinsam mit den unabhängigen Beratern der DFB Finanzberatung errechnet, dass sich die gesetzliche Rente aus der staatlichen Sozialversicherung von derzeit 67 % des letzten Einkommens kontinuierlich auf 46 % bereits im Jahr 2020 reduzieren wird. Arbeitnehmer, die ab etwa 2035 in den Ruhestand gehen, sollten damit rechnen, gerade mal 40 % ihres letzten Nettoeinkommens aus der gesetzlichen Rentenkasse zu erhalten. Zudem müssen Ruheständler in Zukunft nicht nur die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in stärkerem Umfang selbst zahlen, sondern auch auf die monatlichen Rentenauszahlungen zunehmend Steuern entrichten.
Um den Lebensunterhalt auch im Ruhestand zu sichern, sollte deshalb jeder seinen Möglichkeiten entsprechend neben der gesetzlichen Rente gut vorsorgen. Für die Wahl der optimalen Vorsorgestrategie spielen viele Faktoren eine Rolle. So kommt es bei jedem Einzelnen auf das derzeitige Alter, den Familienstand sowie die Höhe des Einkommens an. Die Altersvorsorge ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Insbesondere auf die persönliche steuerliche Situation sollten die Vorsorgeangebote abgestimmt sein. (KK, Jan. 2007)
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